Liebe Mitglieder,

so langsam wird es Herbst.

Die Wahlen für den Deutschen Bundestag liegen hinter uns. Die Koalitionsgespräche und die Frage, wer welche Stühle besetzen wird, sind in vollem Gange. Sie werden sich daran erinnern, dass wir einen Fragenkatalog an SPD, CDU, Grüne und FDP geschickt hatten, mit der Bitte um Beantwortung vor der Wahl.

Matthias Bartke von der SPD hat ausführlich, aber leider nicht fragebezogen geantwortet, wie Sie im Newsletter nachlesen konnten. Michael Kruse von der FDP hat Vorschläge unterbreitet und zum Gespräch eingeladen (s. unseren newsletter!). Die CDU hat eine Antwort angekündigt, aber bisher nicht gegeben. Die Grünen haben überhaupt nicht reagiert. Es bleibt Ihnen überlassen, wie Sie das beurteilen.

Das Krisentelefon

Unsere Forderung nach einem Krisendienst für Hamburg wurde als Miniprojekt „Krisentelefon“ in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Am 8.03.2019 wurde das erstmals in der Presse angekündigt. Zwei Jahre lang passierte nichts. Dann gab es eine neue Ankündigung: Im Juni 2021 sollte es nun eingeführt werden. Es tat sich aber wieder nichts. Weder die Plakatierung mit einer Notfallnummer, noch sonstige Vorbereitungen wurden sichtbar. Auf Nachfrage hieß es, als neuer Termin sei der 9.September 2021 vorgesehen. Auch dieser Termin verstrich. Wie wir erfuhren, ist als nächster Termin Januar oder Februar 2022 vorgesehen.

So kann man das Vertrauen der Bürger in die zuständige Behörde leicht verscherzen.

Das Harburger Modell

Dank unermüdlichen Einsatzes von Herrn Professor Unger und Mitarbeitern der PSAG Harburg - von unserer Seite war Herr Bublitz an den Vorbereitungen beteiligt - kann endlich ein Modellprojekt zur verbesserten Kooperation in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen im Bezirk Harburg demnächst an den Start gehen. Die Stellenausschreibung für den Netzwerkkoordinator ist bereits veröffentlicht. Wir sind sehr froh über diese Entwicklung und wünschen dem Modell den verdienten Erfolg.

Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts

Zum 1. Januar 2023 wird ein neues Betreuungsrecht in Kraft treten. Was hält es Neues für uns bereit? Das neue Betreuungsrecht stellt Wünsche und Selbst-Bestimmung des Betreuten in den Mittelpunkt, denn betreute Menschen sollen ein Leben führen können, wie sie es sich vorstellen. „Hierzu hat der Betreuer die Wünsche des Betreuten festzustellen“. Der/die Betreuer (in) soll sie darin unterstützen.

Es wird auch keine Betreuung für alle Angelegenheiten mehr geben: Die Bereiche, in denen der Betreute Unterstützung braucht, müssen klar benannt werden. z.B. Behörden-Angelegenheiten, Gesundheitssorge, Geld-Angelegenheiten usw. Eine rechtliche Betreuung schränkt die Geschäftsfähigkeit und die Einwilligungsfähigkeit einer Person nicht ein.

Eltern bzw. andere Angehörige sollen bei Übernahme einer Betreuung verpflichtend mit einbezogen werden. Schließlich geht es darum, die Ressourcen eines Betreuten zu nutzen.

Für ehrenamtliche Betreuer gibt es Erleichterungen und neue Beratungsangebote.

Jedes Bundesland muss nun eigene Durchführungsbestimmungen für das neue Recht erlassen. Auch wir sind eingeladen, unsere Stellungnahme dazu abzugeben.

Das könnte für den einen oder anderen von Ihnen von Bedeutung sein

Aus den Gerichten „Selbstbestimmungsrecht: Mutter bleibt Betreuerin“

(zitiert aus einem Artikel aus dem „Eppendorfer“ Septemberausgabe 2021)

„Karlsruhe (epd). Der Wunsch psychisch kranker oder behinderter Menschen nach einer Betreuung durch einen engen Familienangehörigen darf laut Bundesverfassungsgericht nicht übergangen werden. Es gehöre zum Selbstbestimmungsrecht einer betreuungsbedürftigen Person, wenn diese ihre Mutter wegen der familiären Verbundenheit als Betreuerin weiter wünsche, entschied das Gericht in einem Beschluss (AZ: 1BvR 413/20)

Woche der seelischen Gesundheit

Vom 8.-18. Oktober 2021 stand bundesweit die seelische Gesundheit in der Familie im Blickpunkt.

Das Motto: „Gemeinsam über den Berg!“ Schirmherr ist das Bundesgesundheitsministerium unter Minister Jens Spahn. Die Eröffnungsvorstellung am 8.10. aus der Kulturbrauerei in Berlin konnte als Livestream verfolgt werden auf dem Aktionsbündnis-You Tube-Kanal.

Seminare für Angehörige

1.      Frau Schröter spricht zum Thema „Wie gehe ich mit meinem kranken Angehörigen in der Krise um“

Datum: 3. November, 18:00 Uhr, per Zoom

2.      Dr. Lothar Bublitz spricht zum Thema „Anspruch auf Kindergeld“

Datum: 8. Dezember, 18:00, per Zoom

 

Bitte melden Sie sich für die Seminare unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an! Sie erhalten ca. eine Woche vor der Veranstaltung die Einwahl-Daten.

Presse

Sie möchten Ihre Geschichte erzählen? Sie sind bereit zu einem Interview? Sie wollen Ihre Erfahrungen mit anderen Menschen teilen? Bitte melden Sie sich beim Vorstand! Wir führen eine Liste und können Sie gezielt ansprechen, wenn uns Presseanfragen erreichen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Bibliothek

 Vielleicht wussten Sie es noch gar nicht, vielleicht ist es Ihnen weggerutscht? Jedenfalls haben wir in der Wichmannstraße 4 eine Bibliothek, in der Sie sich Fachliteratur ausleihen können. Sie sind zum Stöbern eingeladen. In der Regel ist am Freitag von 10 – 13 Uhr geöffnet. Bitte rufen Sie vorher Frau Heinemann im Büro unter 040/ 65055493 an, um sicherzustellen, dass sie vor Ort ist.

Damit Sie Neuerscheinungen kennenlernen können, werden wir in loser Folge das eine oder andere Buch besprechen.

Den Anfang macht Bettina von Döhren mit „Vögel im Kopf“ Herausgeber*sind B. Gomeringer, J. Sänger und U. Stünkel

„Es handelt von realen Geschichten seelisch erkrankter Jugendlicher. In dem Buch kommen aber auch Eltern, Geschwister und Profis zu Wort. Die Jugendlichen sind oder waren Patient*innen der Tübinger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Menschen berichten nicht von geradlinigen Genesungswegen, sondern von ihren Konflikten. Jede Person beschreibt authentisch ihre Grenzen, aber auch ihren schmerzhaften Weg in Richtung Veränderung.

Mich hat das Buch sehr berührt und ich würde es weiterempfehlen.“

Ehrenamt

in unserem Verband gibt es viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu betätigen. Wenn Sie Lust haben, einen Teil Ihrer freien Zeit für eine sinnvolle Betätigung einzusetzen, und vielleicht auch mehr über das weite Feld der Sozialpsychiatrie zu erfahren, melden Sie sich gern bei uns, per mail oder telefonisch. Sagen Sie uns, was Sie einbringen können und wir finden eine Aufgabe für Sie.

In unserem Büro ist jeden Freitag von 10.00-13.00 Uhr Frau Heinemann persönlich oder telefonisch zu erreichen. Telefon:  040/65055493

Liebe Mitglieder, unser Rundbrief hat eine veränderte Form erhalten. Ich hoffe, sie gefällt Ihnen.

 

Karin Momsen- Wolf

20. Oktober 2021



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