Partnerschaft im psychiatrischen Handeln – Fiktion oder Vision?

Renate Schernus, Bielefeld
Vortrag im Rahmen des 15. Forums Psychiatrie und Psychotherapie und der 21.
Jahrestagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für seelische Gesundheit
30.9. – 3.10. 2010

Renate Schernus, eine der Verfasser der Soltauer Impulse hielt einen lesenwerten Vortrag, hier ein kurzer Auszug:

Die schlichte Tatsache, dass es meist nicht die Professionellen sind, die die
längste Zeit mit einem psychisch erkrankten Menschen verbringen, sondern die
Angehörigen, wurde also von den Profis relativ spät begriffen. Angehörige
haben oft bereits Jahre lange Erfahrungen hinter sich, bevor Professionelle
eingeschaltet werden. Zu ihnen kehren z. B. Sohn oder Tochter häufig zurück,
wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – im professionellem System nicht
zurecht kommen. Professionelle wechseln, Angehörige bleiben immer
Angehörige. Angehörige, die von Professionellen nicht als Partner ernst
genommen werden, die entmutigt oder womöglich beschuldigt werden, können
Hoffnung, die ja bekanntlich ein ganz wichtiger Heilfaktor ist, nur schwer
weitergeben. Dazu, Angehörige als Partner ernst zu nehmen, gehört unter
anderem auch gute Information. Manchmal kann es übrigens zeitweilig
wichtiger sein, sich um die Angehörigen zu kümmern, um ihre Fragen und
Probleme, als um die Patienten selbst.

Lesen Sie hier den ganzen Vortrag


Zurück
Oben