Im Juni 2013 hielt der Vorsitzende des Angehörigenverbandes im Rahmen der Vorlesungsreihe  " Anthropologische Psychiatrie" der Universiät Hamburg einen Vortrag zur Zwangstherapie.

Hier einige Auszüge,

"Wir brauchen eine aufsuchende frühzeitige Behandlung, wir brauchen eine bessere Krisenintervention, wir brauchen eine bessere Einbeziehung und Unterstützung der Familien, die sich um ihre erkrankten Familienmitglieder kümmern. Wir brauchen dies, um Zwangseinweisungen möglichst zu vermeiden, so dass die Frage der Zwangsmedikation sich gar nicht erst stellt.
Der Staat hat eine Schutzpflicht gegenüber dem Bürger. Er zwingt uns, beim Autofahren einen Gurt zu tragen, er zwingt Motorradfahrer, einen Helm zu tragen. Der Staat hat in meinen  Augen auch die Pflicht, psychisch kranke Menschen zu schützen. Der Staat, Gesetzgeber, Behörden und auch Gerichte müssen ihren Beitrag zur Zwangsvermeidung liefern. Es genügt nicht, die Anwendung von Zwang lediglich in geordnete Bahnen zu lenken."

"Zusammenfassend möchte ich, in Übereinstimmung mit, wie ich glaube, der großen Mehrheit der Angehörigen, so formulieren:


1. Die aktuelle Rechtsprechung muss Anstoß sein zu einer Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung. Traurig wäre es, wenn man lediglich versuchen würde, die bestehenden Gesetze besser an den Status quo anzupassen und alles so zu belassen wie es ist.


2. Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich brauchen wir Strukturen und Bedingungen, welche die Notwendigkeit von Zwangsmaßnahmen jeglicher Art möglichst überflüssig machen.
3. Im ambulanten Bereich brauchen wir eine frühzeitige, aufsuchende Behandlung und eine bessere Krisenintervention.
4. Zwangsmaßnahmen jeglicher Art dürfen nur als ultima ratio unter genau definierten Bedingungen erfolgen.
5. Bei der jetzt in Gang gekommenen Diskussion sind die UN-Behindertenrechtskonvention und auch die UN-Antifolterdiskussion zu berücksichtigen.
6. Betroffene und Angehörige sind in die Diskussionen einzubeziehen.

Den ganzen Vortrag finden Sie hier


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