Zustände akuter Verwirrtheit und Erregung können zu gefährlichen Situationen führen, für den erkrankten Menschen selbst, für seine Umgebung, aber auch für die zu Hilfe gerufene Polizei. Prof. Asmus Finzen hat in einer Medienübersicht der vergangenen Jahre 16 Fälle gefunden, in denen psychisch kranke Menschen im Rahmen eines Polizeieinsatzes erschossenwurden.

In seinem Artikel analysiert er die Gesschehnisse und fordert einen anderen Umgang mit solchen Situationen.

Auszüge aus der Zusammenfassung:

Psychisch Kranke im Ausnahmezustand und die Polizei - zwangsläufig eine tödliche  Begegnung?

Seit 2007 sind in Deutschland mindestens 16 psychisch Kranke in der Auseinandersetzung mit der Polizei ums Leben gekommen. Sie wurden erschossen, weil die Einsatzkräfte keine andere Möglichkeit sahen,  die Kranken, die fast alle Messer bei sich trugen, auf andere Weise zu entwaffnen, beziehungsweise dazu zu bringen, die Waffe aus der Hand zu legen.

Die Folge sind tragische Todesfälle und traumatische Erfahrungen für die Beteiligten Polizistinnen und Polizisten. Wir haben es dabei nicht mit einer deutschen Besonderheit zu tun. Im Gegenteil. Aus England, Kanada und Australien (42% psychisch Kranke unter den Toten)  sind ähnliche Vorfälle bekannt. Auch dort geht es fast ausschliesslich um Stichwaffen.

Anders als in Deutschland werden die Zwischenfälle sorgfältig dokumentiert, öffentlich diskutiert und wo immer möglich aufgearbeitet. In allen drei Ländern sind institutionalisierte Versuche unternommen worden, die Gefahr für Kranke und Polizeibeamte durch die Zusammenarbeit von Polizei und Psychiatrie zu mindern."

Hier der gesamte Artikel von Prof. Finzen


Der letzte uns in Hamburg bekannt gewordene Fall ereignete sich am 2. Weihnachstag 2009. Der Hamburger Angehörigenverband und etliche andere Akteure forderten eine bessere Schulung der Polizei und eine bessere psychiatrische Hilfe in Krisensituationen- geschehen ist nach unserer Wahrnehmung wenig.

Offener Brief des Angehörigenverbandes vom 28.12. 2009

Bericht der Süddeutschen Zeitung über den Todessschuss vom 26.12. 2009

Stellungnahme der hamb. Gesellschaft für soziale Psychiatrie (HGSP)


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